Christian Haimel - klassische Gitarre

OÖ. Nachrichten, "Debüt in Linz" Brucknerhaus, 18.03.2002

Vom subtilen und doch eindringlichen Musizieren des heimischen Gitarristen Christian Haimel ging eine starke Wirkung aus, als er sich am Samstag in der Brucknerhaus – Reihe „Debüt in Linz“ vorstellte. Sein hochqualifiziertes und mit einer Reihe von Preisen bedachtes Spiel verfügt über eine wie selbstverständlich scheinende saubere und klare Virtuosität. Haimel erfüllt den gut gewählten Streifzug durch die Jahrhunderte mit viel Charme – einerlei, welchem Stil das einzelne Stück verpflichtet ist. Tänze von Michael Praetorius waren leichtfüßig, eine ganze Opernvorstellung, die „Rossiniana No.1“ des Italieners Mauro Giuliani, und in guter englischer Tradition die „Bagatelles“ von William Walton. Viel Schwung verbreitete die „Apollo Sonate“ von Jan Truhlar ( geb. 1928 ) und ließ die zwölftönige Bauweise vergessen. Und die passende Dosis an Melancholie, Zartheit und Emotionalität entfaltete das Spanische der Komponisten Torroba, Granados und Albeniz mit der geballten Folklore im Hintergrund. Man konnte glauben, leicht schwebende Linien und Akkorde legten sich gleichsam über die Zuhörer. Stürmischer Beifall.

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