
Ein Gitarrenvirtuose von großer Klasse
Eine Stunde lang begeisterte am Mittwochabend Christian Haimel (28) mit einem Gitarreabend in der Reihe „Musica Sacra“ in der gesteckt vollen Linzer Martinskirche. Seine gestalterische Kunst kennt offenbar keine Grenzen auf dem zartbesaiteten Instrument, aus dem er berauschende Klangeffekte, virtuose Läufe und bunte Melodiebögen bis zu orchestralen Farben hervorzaubert. Zudem verfügt er über präzise Grifftechnik und sicheres Gespür für Differenzierungen. Sein Hang zur Romantik macht sein Spiel zu Liebeserklärungen in allen Stilbereichen. Mit der Uraufführung von Balduin Sulzers „Monodia Capricciosa“ reizte den Künstler nach Barock auch die Gegenwart, vor allem, um in den zwei bewegten Sätzen des bis an die Grenze des Unspielbaren gehenden Stückes die Möglichkeiten des Gitarrenklanges auszuloten. In der technisch ebenfalls schwierigen „Introduction et Caprice“ op. 23 von Giulio Regondi (1822—1872) ließ er sich gern fordern und gab dankend für den lauten Beifall ein spanisches Gustostückerl drauf.
Georgina Szeless
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www.christianhaimel.com
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