
NÜRTINGEN. Der frühe Mittag, kurz nach dem Mittagessen, ist nicht unbedingt die beste Zeit für ein klassisches Konzert. Ungeachtet dessen haben gestern zahlreiche Zuhörer in die Kreuzkirche zum Gitarrenfestspielauftritt von Christian Haimel gefunden. Sie wurden mit einem überaus hörenswerten Konzert belohnt und lernten einen sympathischen jungen Künstler kennen, der – wenngleich bereits mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht – in naher Zukunft sicher noch von sich hören lassen wird.
Der junge Österreicher begann mit Bachs „Ciaconna“ aus der Partitia für Violine BWV 1004, die am Freitag auch Barrueco gespielt hat und die Luigi Attademo am heutigen Mittwoch zu Gehör bringen wird. Ein Bach-Klassiker, dabei sicher kein einfaches Werk zum Warmspielen. Dem von tiefer Konzentration geprägten Vortrag fehlte etwas an Wärme. Die im Stück enthaltenen spielerischen Hürden meisterte Haimel gleichwohl mit Bravour.
Zu großer Form lief Haimel bei Mauro Giulianis „Rossiniana“ op. 119 auf. Ein äußerst lebhaftes Stück, das dem Saitenvirtuosen einiges an Fingerfertigkeit abverlangt. Für Haimel, der nicht nur technisch versiert, sondern auch sehr gefühlvoll zu spielen vermag, kein Problem.
Ein Hörgenuss ist Manuel M. Ponces „Sonata Romantica“, eine Hommage an Franz Schubert und wie dessen Musik voller berückender musikalischer Einfälle. Haimel hat sich nun frei gespielt.
Eine Belastungsprobe für Freunde wohlklingender Gitarrenmusik hatte sich Haimel für den Schluss aufgehoben. Jan Truhlar (1928 – 2007) hat seine Sonate No.2 op.31 der Apollo-8-Mission gewidmet, die drei Sätze nach den teilnehmenden Astronauten benannt. Bemerkenswert an dem nervösen und hektischen Stück ist das Fehlen jeglicher Konsonanz.
Mit Albeniz’ „Sevilla“ als Zugabe fand das Konzert dann aber doch noch einen harmonischen Ausklang.
Volker Haußmann
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www.christianhaimel.com
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